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Energiekonzepte für die Zukunft

30.09.2009

Errichtung eines eigenes Kraftwerks und 50jähriges Jubiläum der firmeneigenen Papierfabrik

08.08.2008 - Den rasant steigenden Energiepreisen begegnet Klingele mit einem kühnen und zugleich pragmatischen Energiekonzept: Das Familienunternehmen weiht am Standort seiner Papierfabrik in Weener (Ostfriesland) ein eigenes Kraftwerk auf Basis von Ersatzbrennstoffen mit dem Namen „Weener Energie“ ein. Diese versorgt die Fabrik mit Wärme und teilweise auch mit Strom in der von der Bundesregierung gewünschten und geforderten Kraftwärme-Kopplung. „Das neue Kraftwerk macht uns am Standort unabhängig von den ständig steigenden Gaspreisen, die sich an den Ölpreisen des Weltmarktes orientieren“, erläutert der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Jan Klingele.

Die Investitionen für dieses zukunftsweisende Projekt liegen bei rund 60 Millionen Euro. Neben der Einweihung des Kraftwerks feierten Unternehmensleitung und Mitarbeiter mit rund 300 geladenen Gästen, darunter Ministerpräsident Christian Wulff, gleichzeitig außerdem das 50jährige Jubiläum der Papierfabrik in Weener.

 

„Hotline“ in die Papierfabrik

Den letzten Ausschlag für die Entscheidung zum Bau des Kraftwerks hatte vor einigen Jahren die gesetzlich vorgeschriebene Schließung von Mülldeponien gegeben – eine Initiative von Angela Merkel aus ihrer Zeit als Bundesumweltministerin. „Nun werden die so genannten Ersatzbrennstoffe, die bislang auf Deponien gelagert wurden, im Kraftwerk verbrannt“, erläutert Thilo-Hubertus Kuhl, Geschäftsführer der Papierfabrik. „Die entstehende Wärme gelangt dann vom Kraftwerk über eine 1,8 Kilometer lange unterirdisch verlegte Dampfleitung ins Werk.“

Die Belieferung mit den Brennstoffen hat sich Klingele über langfristige Verträge mit großen Entsorgern gesichert. „Es handelt sich dabei vorwiegend um regionale Anbieter“, erläutert Kuhl. „Damit ist auch gewährleistet, dass der Aufwand für den Transport der Abfallstoffe minimiert wird, was wiederum die Energiebilanz des Kraftwerks verbessert.“

Die in der Region anfallenden Gewerbeabfälle werden in biologisch-mechanischen Aufbereitungsanlagen vorsortiert und können dann vor Ort im Kraftwerk Weener Energie gleich verwertet werden. Zusätzlich wird das Kraftwerk mit Reststoffen aus der Papierherstellung der eigenen Papierfabrik beliefert – womit sich der Kreislauf schließt. Der Gesamtbedarf an Sekundärbrennstoffen liegt bei etwa 140.000 Tonnen jährlich.

 

Einsparung von 55.000 Tonnen fossilem CO2 pro Jahr

Die Errichtung von „Weener Energie“ erfolgt gemeinsam mit dem Partner Prokon Nord Energiesysteme aus Leer, welcher über fundierte Kenntnisse durch die Errichtung und den Betrieb zahlreicher anderer Kraftwerke verfügt. Sie dient zum einen der Erhöhung der Energieeffizienz im Unternehmen und der Unabhängigkeit der Papierfabrik von den steigenden Rohstoffpreisen für Primärenergie wie Erdgas und zum anderen der Reduktion von CO2-Emissionen, da Ersatzbrennstoff aus Stoffen besteht, die ohnehin das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben und zudem teilweise CO2 neutral sind.

Die Produktion von Papier ist außerordentlich energieintensiv: Der Wärmebedarf für die Trocknung des Papiers beläuft sich auf rund 50 Tonnen Dampf pro Stunde. Diesen Bedarf werden wir komplett durch das neue Heizkraftwerk decken. „Durch den Ausbau der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme lokal vor Ort werden wir rund 30 Millionen m³ weniger Erdgas verbrennen und brauchen zudem weniger Strom extern einzukaufen.“ Das Unternehmen trägt mit seinem Energiekonzept außerdem den nationalen Zielen zum Kyoto-Protokoll Rechnung: „Wir werden unsere anrechenbaren jährlichen CO2-Emissionen am Standort Weener um geschätzte 55.000 Tonnen reduzieren können“.

 

Mit Energie verpackt – seit über 80 Jahren

Klingele arbeitet jedoch nicht nur „mit Volldampf“ an Lösungen für die Energiefrage: Das 1920 gegründete Familienunternehmen hat sich durch permanente Investitionen und die Integration von Nischenanbietern als Full-Service-Anbieter in der Verpackungsbranche etabliert. Seit der Jahrtausendwende hat KIingele rund 200 Millionen Euro in die Erweiterung und technische Ausstattung seiner Werke investiert – eine beachtliche Summe für einen Mittelständler: Die Signale aus dem Markt seien ermutigend, so Dr. Jan Klingele: „Der Bedarf an Wellpappe-Verpackungen steigt seit Jahren stetig und ist auch 2007 wieder um 4,2 % Prozent in Deutschland angewachsen.“

In allen Klingele-Werken werden daher derzeit Erweiterungen und technische Modernisierungen vorgenommen. So hat die Firmenleitung erst vor einem Monat in Werne (bei Dortmund) eine neue Produktionshalle eingeweiht und die weltweit erste linksangetriebene Bobst Druckstanze Masterline 2.1 präsentiert. Im Stammwerk Grunbach wird derzeit mit dem Ausbau der Produktionsfläche Platz geschaffen für weitere Maschinenkapazitäten, außerdem richtet Klingele dort ein neues innerbetriebliches Transportsystem ein.

Die Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen bleibt jedoch weiterhin eine Herausforderung. „In einigen Werken arbeiten wir inzwischen mit Unterstützung aus Wissenschaft und Forschung daran, den internen Energieverbrauch genau zu analysieren, um Verbrauchsspitzen zu erkennen und entsprechende Lösungsmodelle erarbeiten zu können“, berichtet Dr. Jan Klingele.