Jetzt zum Newsletter "Packendes" anmelden!

männlich weiblich

* Pflichtfelder
Diese Angaben sind zur Anmeldung zum Newsletter "Packendes" notwendig.

Newsletter

News

RFID-Technologie

28.06.2013

RFID-Lösung zur automatischen Papierrollenidentifikation

 

Klingele Papierwerke GmbH & Co. KG, Remshalden optimiert Logistikabläufe mit RFID-Lösung der stonegarden technologies GmbH, Aachen und hat nun die Möglichkeit von der Produktion bis zur Auslieferung beim Kunden alle Warenbewegungen automatisch zu erfassen.

 

 Die Optimierung der Papierrollenlogistik sowie die Erhöhung der Transparenz rund um das Papierrollenhandling birgt enormes Potenzial, stellt aber auch hohe Anforderungen an alle Beteiligten an der Supply-Chain. Der Aachener Systemanbieter stonegarden technologies hat aus diesem Grund eine AutoID-Lösung zur durchgängigen Papierrollenidentifikation entwickelt, die diese Anforderungen in besonderem Maße unterstützt.

 

 Die Unternehmen der papierproduzierenden und -verarbeitenden Industrie sind in zunehmendem Maße mit steigenden Anforderungen an die Waren(rück)verfolgung konfrontiert. Eine besondere Rolle fällt dabei der Papierrollenlogistik zu. In Verbindung mit steigenden Anforderungen an den Nachweis von Herkunft, Qualität und ordnungsgemäßer Behandlung der Papierrollen, gibt es rund um das Papierrollenhandling eine Reihe von Optimierungspotenzialen.

 

 Grundvoraussetzung für eine optimierte Papierrollenlogistik ist die lückenlose Warenverfolgung und damit die Schaffung maximaler Transparenz in Bezug auf die Transport- und Verarbeitungsprozesse für jede einzelne Papierrolle, sowohl intern, als auch über die Supply-Chain hinweg.

 

Die RFID-Technologie vereinfacht vieles. So sind Barcode-Etiketten auf den Außenseiten von Rollen nur dann gut lesbar, wenn sie korrekt zum Scanner ausgerichtet sind, was im Produktionsalltag nicht immer der Fall ist. Eine lückenlose Verfolgung der Rollen über alle Verarbeitungs- und Transportschritte hinweg ist dabei sehr aufwändig. Außerdem besteht bei Etiketten auf der Außenseite der Rollen die Gefahr, dass sie beschädigt oder verschmutzt werden oder auch schlicht verloren gehen. Dazu kommt, dass sie mit dem Abwickeln der ersten Papierlage in der Produktion verschwunden sind. Ein RFID-Transponder im Inneren der Rolle funktioniert im Gegensatz dazu bis die Rolle aufgebraucht ist. Die Registrierung aller Prozessschritte erfolgt automatisch wodurch manuelle Fehler ausgeschlossen werden. Beim automatischen wie beim manuellen Rollentransport mit dem Stapler und auch beim Ein- und Ausspannen der Rollen in den Verarbeitungsmaschinen bleibt der Transponder und seine Funktion erhalten. Speziell bei Prozessen mit mehreren Verarbeitungsschritten schließt dies Verwechslungen aus und macht die, sonst nötige Neuetikettierung obsolet. Dank der Fähigkeit zur Pulkerfassung kann die RFID-Technik zusätzlich mehrere Rollen gleichzeitig beim Transport registrieren.

 

Bei dem Einsatz von RFID geht es sowohl um Kosteneinsparungen durch die Vermeidung von Materialbeschädigungen und Verlusten aufgrund von Fehlabläufen oder unsachgemäßen Transportvorgängen, als auch um die Verbesserung der Qualitätssicherung, die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit und eine Vereinfachung des Reklamationshandlings; jeweils zum Vorteil aller Beteiligten, d.h. sowohl der Lieferanten als auch der Kunden.

 

Im Werk Werne werden jeden Tag rund 100 Rollen Papier mit insgesamt ca. 300 t angeliefert und in der gleichen Größenordnung verarbeitet. Bei der Produktion werden die Rollen oft nur teilweise aufgebraucht, kommen dann ins Lager zurück und müssen bei Folgeaufträgen wieder gefunden werden.

 

Das Werk Werne ist das Pilotwerk für den RFID-Einsatz zur Rohstofferfassung an der Wellpappenanlage. Das Anfang des Jahres eingeführte System soll im nächsten Schritt auch auf die restlichen Werke ausgedehnt werden.

Sowohl das RFID-Handling von Papierrollen in der Papierfabrik in Weener, als auch die RFID basierte Transportverfolgung von Fertigwarenpaletten in den Wellpappenwerken sind bereits seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz.

Somit können bei Klingele von der Herstellung bis zur Auslieferung an den Kunden alle Vorgänge automatisch erfasst werden.

 

Ergänzend zur internen Nutzung bewirtschaftet Klingele auch externe Läger mit mehreren Kunden auf Basis von RFID und konnte damit zeigen, dass diese Technik auch außerhalb Klingele eigener Standorte eingesetzt werden kann.

 

Lösungsansatz RFID

 

Die RFID-Technologie (Radio Frequency IDentification) ist eine Funktechnik zur berührungslosen Warenidentifikation. Im Unterschied zur Barcodetechnologie ist dabei kein Sichtkontakt zum Identifikationsmerkmal erforderlich.

 

Diese Eigenschaft ist der Ansatzpunkt für den Einsatz der RFID-Technologie zur Rollenidentifikation. Das Identifikationsmerkmal (Transponder) wird nicht auf der Rollenaußenseite sondern im Rollenkern angebracht. Auf diese Weise werden die mit dem Barcode verbundenen Einschränkungen eliminiert. Die Gefahr der Beschädigung oder des Verlustes entfällt und die Richtungsabhängigkeit bei der Rollenerfassung wird aufgehoben.

 

Das innen angebrachte Identifikationsmerkmal ermöglicht die automatische Erfassung über die gesamte Prozesskette hinweg. Sowohl beim automatischen Rollentransport, beim manuellen Transport mit dem Klammerstapler, als auch beim Einspannen der Rollen in die Verarbeitungsmaschinen. Das Identifikationsmerkmal bleibt erhalten, bis die Rolle vollständig abgewickelt ist. Insbesondere bei Prozessen mit mehreren Verarbeitungsschritten ist dies ein großer Vorteil: Verwechslungen sind ausgeschlossen, die Notwendigkeit der Neuetikettierung entfällt.

 

 

Das TrackingSystem von stonegarden

 

Das von stonegarden entwickelte System zur Rollenverfolgung (ReelTracking) wurde gezielt auf die Anforderungen im Bereich der Papierproduktion und –verarbeitung abgestimmt.

Systembestandteile sind zum einen mobile und fest installierte Erfassungseinheiten als Werkzeuge für die Rollenerfassung und zum Anderen eine zentral installierte ReelTracking Plattform, über die die Verarbeitungs- und Maintenancefunktionen bereit gestellt werden.

 

Die ReelTracking Plattform fungiert dabei einerseits als zentrale Kontrolleinheit zur Anbindung mobiler Scanner und andererseits als zentrale Schnittstelle für den Datenaustausch mit den überlagerten Kundensystemen (LV, ERP, PP). Die Hardwareanbindung wird, zusammen mit den Tracking-Funktionen komplett innerhalb des Subsystems abgewickelt. Für die Systemanbindung werden standardisierte Schnittstellen (XML, Idoc, Webservice) bereit gestellt.

 

Ein besonderes Highlight des ReelTracking-Systems von stonegarden ist das speziell für den Einsatz am Klammerstapler entwickelte RFID-Modul.

 

Das RFID-Modul kann als Plug&Play-Komponente in bereits vorhandene Papierrollenklammern eingebaut werden, so dass auch an dieser Stelle eine problemlose Integration möglich ist.

Die zentrale Aufgabenstellung des ReelTracking Systems besteht in der Unterstützung der Bestandsführung auf Einzelrollenebene mit (Rest)Laufmeterinformation für jede einzelne Rolle.

 

 

Standardfunktionen für die Einzelrollenverfolgung im Lager und bei der Verarbeitung sind

 

  • Warenvereinnahmung bei der LKW-Entladung (online Wareneingangsbuchung)
  • Protokollierung von Beschädigungen oder Auffälligkeiten
  • Funktionen zur Lager(platz)buchung
  • Funktionen zur auftrags- bzw. abrollungsbezogenen Verbrauchsbuchung
  • Restrollenrückbuchung ins Lager bzw. Rollenausbuchung (bei vollständigem Verbrauch)
  • Inventurunterstützung (Komplett- und Teilinventuren)

 

Die TrackingPlattform beinhaltet ein webbasiertes Dialogsystem für das Rollendatenmanagement. Kernfunktionen dieses TrackingMonitors sind Dialoge mit Übersichtsanzeigen, Such- und Editierfunktionen sowie konfigurierbare Reports für die Erstellung von Statistiken und Auswertungen.

 

Etappenziel erreicht

 

Sowohl die technische Machbarkeit als auch die Wirtschaftlichkeit des durchgängigen RFID-Einsatzes wurde in einer Reihe von Pilotprojekten erfolgreich demonstriert. Mit dem erstmaligen produktiven Einsatz des ReelTracking Systems bei der Klingele Papierwerke GmbH & Co. KG, hat ein erstes Unternehmen als Vorreiter im Bereich Packaging den Weg zu einer RFID-basierten Papierrollenlogistik beschritten.

 

Besondere Optimierungspotenziale bei Klingele liegen im Lager- und Restrollenmanagement sowie in der Vereinfachung der Verfahren zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit der Rollen über die gesamte Lieferkette hinweg.

 

Die Vision von stonegarden ist der durchgängige Einsatz der RFID-Technik über den gesamten Lebenszyklus der Papierrolle, beginnend in der Papierfabrik mit der Entstehung der Papierrollen über alle Transport- und Verarbeitungsprozesse bis hin zur vollständigen Verarbeitung. Die erfolgreiche Einführung des ReelTracking Systems im Bereich Packaging war der erste Schritt in diese Richtung. Im nächsten Schritt sollen vergleichbare Realisierungen im Zeitungsdruck und in anderen Bereichen der Druckindustrie folgen.