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News

Pressekonferenz VDW

11.04.2014

VDW-Jahrespressekonferenz am 20. März 2014

Dr. Jan Klingele
Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V.

(Es gilt das gesprochene Wort)

Begrüßung und Einleitung

 

Guten Tag und herzlich willkommen zur Jahrespressekonferenz des VDW.

Deutschland geht shoppen. Ob im Supermarkt an der Ecke, im Einkaufszentrum auf der grünen Wiese oder im Internet – die deutschen Verbraucher legen ihr Geld lieber in gutem Essen, Smartphones oder Möbeln an, statt es zu niedrigen Zinsen der Bank zu überlassen. Mit 0,9 Prozent wuchs der private Konsum im vergangenen Jahr mehr als doppelt so stark wie die Gesamtkonjunktur. Und laut GfK-Konsumklimaindex sind die Verbraucher auch außerordentlich optimistisch ins Jahr 2014 gestartet. Mit 8,5 Punkten ist dieser Indikator so hoch wie lange nicht mehr.

Was uns daran besonders freut: Wenn konsumiert wird, wird auch verpackt. Sind Waren von A nach B unterwegs, dann ganz überwiegend in Wellpappenverpackungen. Da allein der Bereich Nahrungs- und Genussmittel über ein Drittel unserer Kunden ausmacht, hinterlässt die erfreuliche Konsumlaune auch positive Spuren in den Absatzzahlen unserer Industrie.

Glaubt man den Ökonomen des Sachverständigenrates, steht uns nach einem eher mageren gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 0,4 Prozent im Jahr 2013 für das laufende Jahr eine Steigerung auf 1,6 Prozent bevor. Die Bundesregierung rechnet sogar mit 1,8 Prozent. Bei gleichzeitig guter Beschäftigung – und damit Geld in den Taschen der Verbraucher – ist also mit einer anhaltend starken Konsumneigung zu rechnen. Und auch die zuletzt schwächelnden Exporte sind gegen Jahresende 2013 wieder angezogen.

Den erzielten und noch zu erwartenden Zuwächsen bei Wellpappenprodukten stehen allerdings auch erhebliche Belastungen der einzelnen Unternehmen gegenüber. Dazu zählen ein verstärkter Wettbewerb aufgrund zusätzlich in den Markt gekommener Produktionskapazitäten und teils erheblicher Kostensteigerungen.

Was heißt das konkret?

Veränderungen arbeitstäglich

 

Arbeitstäglich bereinigt haben unsere Mitglieder einen Zuwachs beim Wellpappenabsatz in Höhe von 2,1 Prozent erzielt, womit wir das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozentpunkte überschreiten.

Entwicklung Wellpappenabsatz (VDW)

In absoluten Zahlen haben unsere Mitgliedsunternehmen im Jahr 2013 knapp 7,3 Milliarden Quadratmeter Wellpappe abgesetzt. Das waren 120 Millionen Quadratmeter mehr als 2012, was einer Steigerung von 1,7 Prozent entspricht.


Quartale VDW

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Absatzprognose

 

 

Über die Quartale hinweg war der Absatz mit rund 1,8 Milliarden Quadratmeter pro Quartal recht gleichmäßig.

 

 

2013

2012

1. Vj. 2013

1.824.748.000 m2

-0,1%

-0,1%

2. Vj. 2013

1.791.969.000 m2

2,9%

-1,6%

3. Vj. 2013

1.857.200.000 m2

2,9%

-1,6%

4. Vj. 2013

1.798.209.000 m2

1,1%

-1,7%

 

Was lässt sich heute schon zum laufenden Jahr sagen? Mit Blick auf die vorhergesagte und in den ersten Wochen des Jahres auch spürbare Wirtschaftsbelebung rechnen wir für das gesamte Jahr mit einem um 1,8 Prozent höheren Absatz. Wachstumstreiber bleibt der private Konsum und insbesondere auch die zunehmende kleinteilige Direktbelieferung der Verbraucher über den Vertriebsweg E-Commerce.

Erlöse

 

 

Soweit die guten Nachrichten. Schlechter sieht es auf der Erlösseite aus. Nach unserer Statistik sind die Abgabepreise für Wellpappenerzeugnisse im Jahresverlauf um 1,3 Prozent gefallen – von 53,7 Cent im Jahr 2012 auf 53,0 Cent pro Quadratmeter im vergangenen Jahr.

Umsatz

 

 

Entsprechend bescheiden war auch die Entwicklung beim Umsatz. Hier konnte gegenüber dem Vorjahr nur ein leichter Zuwachs erreicht werden. Insgesamt ist diese Entwicklung kritisch zu betrachten. Vor allem vor dem Hintergrund der weiter gestiegenen Kosten.

Kosten

Die Rohstoffkosten tragen in der Wellpappenindustrie zu rund der Hälfte der Gesamtkosten bei. Bei dem mit Abstand wichtigsten Rohstoff, dem Wellpappenrohpapier, haben unsere Unternehmen im Durchschnitt eine Verteuerung von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen, bei einzelnen wichtigen Sorten sogar über 20 Prozent. Und das wie erwähnt bei sinkenden Absatzpreisen. Im Vergleich zum Durchschnittswert der letzten fünf Jahre stiegen die Papierpreise damit um durchschnittlich 12,9 Prozent.

Zwar hat sich zu Jahresbeginn der Papiermarkt beruhigt, denn insbesondere bei den Wellpappenrohpapieren auf Altpapierbasis erwarten Marktbeobachter aktuell keine weiteren Preissteigerungen. Doch bei den Kraftlinerpapieren haben Lieferanten bereits Erhöhungen um 50 Euro pro Tonne zum 1. April angekündigt. Und die Kostensteigerungen vergangener Monate haben unsere Mitgliedsunternehmen noch nicht an ihre Kunden weitergeben können.

Die Kostenspirale bei Energie dreht sich auch in der Wellpappenindustrie weiter – im vergangenen Jahr mit einer Teuerung um 4,3 Prozent. Energie macht in der Gesamtkostenstruktur unserer Branche mit
2,73 Prozent im Vergleich zu den Rohstoffen einen deutlich kleineren Teil aus. Als energieintensive und deshalb besonders betroffene Branche gilt jedoch die Papierindustrie, von der wir unsere Rohstoffe beziehen. Dort belaufen sich die Energiekosten gar auf 11 Prozent des Umsatzes.

Der Trend ist bedenklich. So liegt der Strompreis für Industriebetriebe in Deutschland inzwischen um 18,8 Prozent über dem Schnitt der EU. Ich sehe es wie Bundeswirtschaftsminister Gabriel, der vor einer Überforderung der Wirtschaft warnt.

Hinzu kommt, dass – laut statistischem Bundesamt – die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde um 0,2 Prozent gesunken ist. In der Wellpappenindustrie verzeichnen wir sogar einen Rückgang der Arbeitsproduktivität um 0,4 Prozent. Im Gegenzug sind die Lohnstückkosten je Stunde um
3,1 Prozent gestiegen. Die Pläne der Großen Koalition zur abschlagsfreien Rente mit 63 oder zum Mindestlohn bedeuten zusätzliche Milliardenlasten für Beitragszahler und Unternehmen. Sie sind daher mehr als kontraproduktiv.

Mit sinkenden Erlösen und Umsätzen bei deutlich gestiegenen Kosten ist unsere Industrie inzwischen mit negativen Deckungsbeiträgen konfrontiert. Gleichzeitig bin ich optimistisch, dass unsere Mitgliedsunternehmen diese Herausforderung meistern werden. Die anhaltend gute Nachfrage macht deutlich, dass unsere Produkte in der Welt der Warenströme eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

Werbung und Marketing mit Wellpappe

 

 

 

 

 

 

 

Zu den werthaltigen Eigenschaften der Wellpappe zählt auch ihre Bedruckbarkeit. Wir meinen, was für die Medien gilt, das trifft auch für die Informations- und Werbewirkung von Verpackungen aus Papier zu. Auf eine kurze Formel gebracht: Print lebt. Die Fülle von Printerzeugnissen war allen Unkenrufen zum Trotz noch nie so groß wie heute.

Und in unserer Industrie ist die Nachfrage nach bedruckten Verpackungen auf einem Rekordhoch. Dabei fällt auf, dass gerade die aufwändigeren Bedruckungen einen regelrechten Boom erleben. In der Praxis reichen die Veredelungsmöglichkeiten bis zu verblüffenden Oberflächeneffekten, die eine besondere Werbewirkung haben. Wie kreativ man die Kommunikationswirkung von Wellpappe einsetzen kann, veranschaulicht einer der bedeutendsten Nutzer unser Produkte, der Logistikdienstleister DHL, in folgendem viralen Spot:

http://www.tobiasgillen.de/pr-schmankerl-trojanisches-mailing-dhl/

Beschäftigte

 

 

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind für unsere mittelständisch geprägte Industrie außerordentlich wichtig. Auch in Krisenzeiten und bei aller Automatisierung sind wir immer auf einen festen Stamm von Beschäftigten angewiesen. Dies zeigt sich an den seit Jahren relativ konstanten Beschäftigtenzahlen – unabhängig jeglicher zum Teil erheblicher Schwankungen bei der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. So waren 2013 insgesamt 15.486 Personen in unserer Branche beschäftigt. Die Anzahl der Auszubildenden blieb mit einem Anteil von 5,3 % ebenfalls konstant. 

 

Soviel zu den Zahlen. Kommen wir nun zu anderen aktuellen Themen.

Forum Ökologisch Verpacken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wellpappe könnte die erste klimaneutrale Verpackung werden.“ Diese Perspektive hat kein Wellpappenhersteller formuliert, sondern der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Umweltstiftung Jörg Sommer. Er zählt zu einem Kreis von  Experten aus Handel, Industrie und NGOs, die sich unter dem Dach der deutsch-österreichisch-schweizerischen Initiative Forum Ökologisch Verpacken (FÖV) über Zukunftsfragen rund um das Thema Verpackung austauschen. Im Zentrum steht dabei die Erkenntnis, dass der geschlossene Recycling-Kreislauf auf Basis nachwachsender Rohstoffe, wie er für papierbasierte Verpackungen typisch ist, bei dem Erreichen von Nachhaltigkeitszielen von Herstellern und Handel künftig eine noch stärkere Rolle spielen sollte.

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Konferenz des FÖV am renommierten Gottlieb Duttweiler Institute in Zürich zum Thema „Zukunftsfähige Verpackung für den Konsum von morgen“. Es wurde deutlich, dass Unternehmen wie Henkel oder die schweizerische Handelskette Coop im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsbemühungen sehr stark auf Recycling setzen, weil – Zitat Coop – „das vom Verbraucher verstanden und akzeptiert wird“.

In diesem Jahr wird beim FÖV neben verschiedenen Publikationen wiederum eine Konferenz im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen – und zwar bei GS1 in Köln. Die an der Schnittstelle zwischen Industrie und Handel weltweit tätige Forschungs- und Weiterbildungseinrichtung ist Gastgeber für einen Meinungsaustausch zum Thema Stoffkreislauf vs. Mehrweg. Ich freue mich, wenn ich den einen oder anderen von Ihnen auch in Köln treffe. Sie sind jetzt schon herzlich eingeladen. Der Termin ist der 4. November.

Internationale Grüne Woche

 

 

Der Umweltschutz stand auch bei der Internationalen Grünen Woche im Vordergrund des Interesses.  Wie bereits in den vergangenen drei Jahren haben wir im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung über die Rolle der Wellpappen-verpackung in der Lebensmittelindustrie gesprochen. Partner unseres Engagements auf der weltgrößten Verbrauchermesse sind die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). Fazit der Diskussion: Unsere Verpackungen tragen entscheidend dazu bei, dass die Ware in der gewünschten Qualität im Regal ankommt. Dabei sind sie als perfekte Kreislaufverpackungen besonders umweltverträglich. Einen aktuellen Filmbeitrag dazu finden Sie auf unserer Website.

Ausbildung

 

 

Online-Medien nutzen wir ebenfalls intensiv, um in dem Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Nachwuchskräfte auf die attraktiven Ausbildungsberufe unserer Branche aufmerksam zu machen. Unser Facebook-Angebot wird vor allem in der Phase der Berufsorientierung von Jugendlichen genutzt. Mit der gezielten Verlinkung zu spezifischen Ausbildungsinformationen werden wir die Nachwuchswerbung auf Facebook deshalb weiter ausbauen. Zusätzlich stellen wir Lehrern der entsprechenden Jahrgangsstufen geeignetes Informationsmaterial über Wellpappenherstellung und Berufe in unserer Industrie zur Verfügung.

VDW-Maßnahmen 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was haben wir darüber hinaus in 2014 geplant?

Dass Wellpappe mehr ist als die schlichte braune Kiste, offenbart sich jedem, der mit offenen Augen durch einen Supermarkt geht. Wie innovativ aber unsere Branche im Entwickeln neuer effizienter Konstruktionen oder Gestaltungslösungen für Verpackungen und Displays ist, beweisen immer wieder die Einreichungen zu unserem Innovationspreis Goldene Welle, der in diesem Jahr zum 26sten Mal ausgetragen wird. Auf die Ergebnisse bin ich gespannt. Die Beiträge der Nachwuchskategorie „Junge Welle“ finden Sie bereits auf unserer Website. Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll die Kreativität der jungen Designer.

Einen anderen, eher emotionalen Bezug zur Welt der Wellpappe haben Verbraucher, die wir in diesem Jahr mit einer speziellen Aktion ansprechen wollen. Jeder von uns hat täglich mit Versandpäckchen, Umzugskartons oder der Schachtel aus dem Supermarkt zu tun. Und manchmal ergeben sich daraus Geschichten, die es zu erzählen lohnt – etwa wenn der technikbegeisterte Jugendliche das Auspacken seines neuen Smartphones ausführlich filmisch dokumentiert und anschließend in Sozialen Netzwerken postet. Wir nennen die Social Media Kampagne „Mein wunderbarer Pappkarton“ – ein wie ich finde spannender Zugang unserer B2B-Industrie zum Endnutzer der Verpackungen.

Werbekampagne

 

Auffälligstes Aushängeschild unserer Branche in Richtung Fachwelt ist unsere Werbekampagne, mit der wir auf den Wertbeitrag unserer Leistungen für Industrie und Handel aufmerksam machen. Zu den vorbildlichen Recyclingeigenschaften der Wellpappe wird es ein neues Motiv geben, aber auch zu den Themen Bedruckbarkeit, Modularität und Produktschutz. Außerdem wollen wir die Fachöffentlichkeit davon überzeugen, dass zu frischem Obst und Gemüse am besten eine jeweils frisch produzierte Wellpappensteige passt. Wir stellen nicht ohne Stolz die Vorteile unseres Produktes heraus, aber wie Sie es von uns gewohnt sind, immer auch mit einem Schuss Humor.

 

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Frau Hilmer-Brenzinger, Herrn Dr. Wolfrum und den anwesenden VDW-Mitgliedern beantworte ich jetzt gerne Ihre Fragen.

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